Die Zukunft des Tischlerhandwerks in Brandenburg sehen die Delegierten positiv!

Landesverbandstag des Fachverbandes Tischler Brandenburg
27.-28. September 2019, Eberswalde

 

Die Zukunft des Tischlerhandwerks in Brandenburg sehen die Delegierten positiv.

Landesinnungsmeister Frank Adam konnte Ende September die Delegierten und Gäste der jährlichen Jahreshauptveranstaltung im kleinen Hörsaal der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) begrüßen. Foto: LIM Adam

Der Fachverband Tischler Brandenburg ist seit gut einem Jahr im engen Kontakt mit der HNEE. Die Kooperation des Tischlerhandwerks mit der HNEE hat zum Ziel, den zukünftigen Meisterschülern und -schülerinnen ein hochkarätiges Angebot zur Ausbildung zum Meister /Meisterin anzubieten und weiterhin auch den Qualifizierungsbedarf in den Tischlerbetrieben zu unterstützen und entsprechende Weiterbildungsmodule zu entwickeln.

An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde finden Meisterschüler ideale Voraussetzungen, um sich auf die Karriere vorzubereiten. Praxisnahe Vorbereitungen auf die Meisterprüfung machen die HNEE zu einem attraktiven Studienstandort.

Mit der Erweiterung des Angebots für Meisterkurse startet in Brandenburg eine neue Ära. Der Tischler-Campus Brandenburg wird in Zukunft das Fort- und Weiterbildungsangebot für das Holzhandwerk in Brandenburg mitgestalten.

In seiner Begrüßungsrede ging Landesinnungsmeister Adam auch auf die landespolitische Situation ein und sagte: „Das Jahr 2019 ist noch nicht ganz zu Ende und doch können wir jetzt schon sagen, dass die politischen Ereignisse erneut zahlreich die Schlagzeilen füllten.

Diesmal waren es nicht die Bundestagswahlen, sondern unsere Landesvertreter, die um ein Regierungsamt kämpften. Der Dämpfer am Wahlabend war klar. Klar ist es heute noch nicht, wer uns die nächsten 5 Jahre auf Landesebene regiert, mit wem wir über die Brandenburger Probleme im Handwerk reden können, und wer uns dazu auch anhört.

Das gerade verabschiedete Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung ist aus unserer Sicht eine Farce! Steuerliche Anreize für mehr Energieeffizienz sind gut. Doch verstärkte Investitionen in Energieeffizienz sind nur zu erwarten, wenn die Menschen davon überzeugt und mitgenommen werden. Der Steuerbonus auf Handwerksleistungen darf nicht gegen die Förderung der Energieeffizienz ausgespielt werden.

Die Konjunkturkurve wird in den nächsten Monaten nicht mehr so steil in die Höhe zeigen. In diesem Jahr gibt es fast ausschließlich neue Gesetze, die Euch als Unternehmen belasten, sowohl finanziell, als auch mit teuren neuen Vorschriften und Bürokratieanforderungen. Die gute Auftragslage und die Konsumlaune tragen das Handwerk jedoch durch das Jahr. Wie sich das Jahr 2020 entwickelt, werden wir heute noch nicht sagen können. Eines wissen wir aber genau. Es ist mittlerweile in aller Munde, dass es schwierig ist, einen exzellenten, meisterhaften Handwerker für bestimmte Dienstleistungen zu finden. Deshalb ist es umso wichtiger die Leistung am Markt anzupassen.“

Die Jahresversammlung wurde in diesem Jahr das erste Mal zweigeteilt. Am ersten Tag konnten die Innungskollegen und Gäste 3 hochkarätigen Referenten zuhören.

Zum Thema Holzschutz beim Fensterbau unter der Beachtung der DIN 68800 referierte
Dipl.-Ing. Harald Urban von der Remmers-Gruppe. Neues aus der DIN, Informationen zu Fäulnisschäden, Möglichkeiten und Grenzen von holzschutzmittelfreien Fenstern waren einige Themen die Harald Urban aufzeigte. Mit viel Bildmaterial konnten Schadensfälle bei unsachgemäßer Verarbeitung aufgezeigt werden.
Foto: Harald Urban, Remmers

Ein Willkommen im Verband sagen wir zu Gregor Kocon, Innungsberater der Ampere AG und – Kai Sobiella, Dr. Schmidt & Erdsiek KG – ein Unternehmen der Helmsauer-Gruppe. Beide Unternehmen sind aktuell als Tischlerpartner begrüßt worden.

In einer neuen Aktion der Tischlerparter Brandenburg überreichten Frank Adam und Anke Maske Werbeschilder für die Fördermitglieder. Die Partnerschaft muss noch deutlicher gezeigt werden, so Anke Maske Geschäftsführerin des Fachverbandes Tischler Brandenburg.
Foto: Tischlerpartner

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Schwarz, Dekan und Studiengangsleiter des Fachbereiches Holzingenieurwesen der HNEE zeigte in seiner Präsentation sehr plastisch auf, wie wenig der Begriff „Gestaltung“ in der Ausbildungsordnung und im Ausbildungsrahmenplan steckt. Es ist bedauerlich, dass die Integration der Gestaltung in die Ausbildung so minimalistisch ist. In Zukunft wollen die HNEE und der Fachverband Tischler Brandenburg hier Weichen stellen, um die Qualität der Ausbildung zu erhöhen.
Foto: Prof. Schwarz, HNEE

Nach einem Besuch der Werkstätten der HNEE kam es zum interaktiven Vortrag für Führungskräfte. Mit großer Freude konnte Frank Adam einen Experten begrüßen, der internationales Renommee geniest. Prof. Gernot Schulz, international gefragter Dirigent, Musiker, Musikpädagoge und Trainer trug mit seinem Beitrag: „Vielfalt und Einklang – vom orchestrierenden Zusammenspiel im Team“ dazu bei, dass der erste Tischlermännerchor in der Melodie der Ode an die Freude ein Lied auf das Tischlerhandwerk sang. Ein interaktiver Beitrag zu den Themen Vertrauen, Wahrnehmung, Feedback, Hingabe. 90 Minuten hatte man das Gefühl, Backstage bei einem der größten Orchester zu sein und die Kreativität der Dirigenten beobachten zu dürfen. Einfach nur grandios.
Foto: Prof Schulz mit LIM und GF

Auf der Agenda des zweiten Tagungstages standen die turnusmäßigen Wahlen an. Außerdem informierte Anke Maske zu den Ereignissen des Jahres und des 23. Landeswettbewerbes „Die Gute Form“.

Mit eindeutiger Mehrheit wurde Frank Adam, Tischlermeister aus Potsdam für weitere drei Jahre im Amt des Landesinnungsmeister bestätigt. Sein Stellvertreter ist für weitere drei Jahre Karsten Häber, Tischlermeister aus Bernau und auch Vorsitzender des Landesfachausschusses Fenster und Fassade.
Foto: Gratulation LIM Frank Adam; Wahlhelfer; stellv. LIM Karsten Häber

In den erweiterten Vorstand wählten die Delegierten einstimmig:

  • Hans Höfler, Tischlermeister aus Teltow und Vorsitzender des Landesfachausschusses Tarif und Sozialpolitik
  • Matthias Jordan, Tischlermeister aus Guben
  • Uwe Langwisch, Tischlermeister aus Groß Pankow und Vorsitzender des Landesfachausschusses Berufsbildung
  • Dirk Spatzier, Tischlermeister aus Wiesenburg/Mark und Mitglied der Landesfachgruppen Berufsbildung und Sachverständigenwesen

Neu konnten wir für die nächste Amtsperiode Christian Dinter, Tischlermeister aus Petershagen begrüßen. Wir gratulieren allen gewählten Ehrenamtsträgern!
Foto: Vorstand, Geschäftsstellenteam mit Landesinnungsmeister,

 

 

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